Innere Freiheit durch Achtsamkeit

Aktuell begleitet uns das Thema Achtsamkeit im „shipLeader“. Was ein achtsames Leben mit innerer Freiheit zu tun hat, erfahren wir in der aktuellen Folge. Dabei geht es um die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, auf was ich mich heute konzentrieren möchte, was ich tun will und was ich vielleicht lieber lasse – frei von fremden Erwartungen und ohne die jeweiligen Konsequenzen fürchten zu müssen.

„Ein Mensch, der dauernd tut, was er will, ist nicht frei“, steht im Übungsbuch zu dem Roman „Achtsam morden“, der der rote Faden dieser Podcast-Staffel ist. Eine spannende Aussage, der Peter Becker und Aleko Vangelis auf den Grund gehen. Denn allein die Vorstellung, dauernd etwas tun zu müssen, macht uns unfrei. Ein Beispiel, das uns in der vergangenen Staffel schon einmal begegnet ist, ist der Umgang mit dem Mittagsschlaf in der deutschen Kultur. Aus dem inneren Antrieb, dauernd etwas tun zu müssen und diese Betriebsamkeit auf keinen Fall unterbrechen zu dürfen, nennen wir diese kurze Ruhepause „Power-Nap“.

Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass ein Mittagsschlaf in Bezug auf Achtsamkeit und Resilienz ein ganz wichtiges Element ist, um Kraft zu schöpfen. Es ist etwas, das uns guttut. Nichts, wofür wir uns schämen müssten. Wir aber erleben eine Unfreiheit, indem wir uns den Satz „Ich mache einen Mittagsschlaf“ einfach verbieten. Frei wären wir, wenn wir es einfach aussprechen könnten, wenn wir uns die Haltung erlauben würden, zu sagen: „Ich kann frei entscheiden und ich muss gar nichts.“

Daher möchten wir dich zu einem Experiment zum Thema Freiheit einladen.

1. Nimm einen Stift und notiere drei Dinge, die du heute tun möchtest.

2. Dann greife wieder zum Stift und streiche diese drei Dinge durch. Was passiert mit dir, wenn du das tust, was geschieht gedanklich und emotional mit dir?

3. Und dann nimm den Stift erneut zur Hand. Schreibe auf, was du heute auf gar keinen Fall tun möchtest – und zwar, ohne nach außen z.B. körperliche Beschwerden als Entschuldigung heranzuziehen.

Ziel ist es, mein Nicht-Können bzw. Nicht-Wollen auf Basis eines gesunden Selbstbewusstseins mit mir selbst zu begründen, nicht mit Vorwänden, die nicht der Wahrheit entsprechen.

Dafür gilt es, sehr aufmerksam in sich hineinzuhören. Wichtig für jeden von uns ist, zu wissen, was ich will bzw. nicht will. Denn es gibt das Phänomen der Selbstinfiltration, bei der ich Ziele, Erwartungshaltungen und Werte meines Umfeldes übernehme und lebe, ohne dass es meine eigenen sind. Um diese Motive von meinen eigenen zu unterscheiden, bedarf es jeder Menge Achtsamkeit. Damit beschäftigen wir uns in den nächsten Folgen.

Wie erlebt ihr euch solche Situationen? Fällt es euch leicht, äußeren Erwartungen nicht zu entsprechen? Könnt ihr zwischen inneren und äußeren Motiven unterscheiden? Teilt eure Gedanken gerne mit uns unter mail@fuehrenmitherz.de oder über LinkedIn. Wir freuen uns auf eure Impulse.